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Tourinfo: ...an der Grenze angekommen war ich schon gespannt wie es hier ablaufen würde. Es war gerade mal ein Schalter auf mit 2 jungen Leuten darin. Und, auch das Zettelchen gabs hier schon mal nicht.
Zuerst wollte er alles sehen, Ausweis, Visum, Führerschein, Fahrzeugschein. Nachdem er einige Daten aus dem Fahrzeugschein in ein dickes Buch geschrieben hatte, war es genau 12 Uhr Mittag.... Das hatte zur Folge das er das Fenster dicht machte, und zusammen mit seiner
Kollegin erst mal eine halbe Stunde Pause machte, genüsslich ein Eis lutschte. Einen andren Schalter gabs nicht dagegen. Na egal man hat Zeit... Danach war es im Grunde genommen auch schon erledigt (nur 1 Stunde alles in allem!) und er
wünschte mir noch eine gute Fahrt. Hier hatte ich auch gleich noch Geld gewechselt und zwar hiess die damalige Währung “Karbowanez”. Nachdem ich das Geld, das wie Spielgeld aussah, bekommen hatte war ich sozusagen 12-facher Millionär! (Ich bekam 12.040.000 Karbowanez für 70 US-Dollar!)
So ging es also schnell weiter auf der M3 Richtung Kiev. Vor Kiev trifft die Strasse dann
auf die Hauptstrasse von Cernihiv nach Kiev. Hier befindet man sich nur noch etwa 70 Kilometer östlich von Tschernobyl entfernt. Dass hier vor gut 10 Jahren das Reaktorunglück stattfand merkte man nicht. Man hat sogar das Gefühl das die Menschen die hier wohnten auch nichts wussten. Nunja, die Hauptwolke zog auch nördlich von Tschernobyl Richtung Weiss-Russland, Kiev befindet sich dagegen im Süden. Dieser Umstand dürfte ein Riesenglück gewesen sein für die Millionenstadt!
Nach 80 km hatte ich Kiev, die Hauptstadt der Ukraine
, erreicht. Ich fuhr noch quer durch Kiev an den
westlichen Stadtrand, da sich hier der Campingplatz “Kiev-Prolisok” befindet.
Schöner Platz mitten im Wald, gross, mit vielen Urlaubern besetzt (!), sanitäre Einrichtungen kaputt.
Am nächsten Tag gings schon weiter Richtung Westen, schon langsam Richtung Heimat. Die nächste grosse
Stadt war Zytomyr. Hier überraschte mich eine ca. 80 Jahre alte Frau mit gutem Englisch und Deutsch. Auf meine Nachfrage hin woher sie so gut Deutsch könne, sagte sie, das kommt noch von früher, vom 2. Weltkrieg, als die Deutschen hier waren.
Die Fahrt ging weiter über Rivne nach Dubno. Hier war wieder freies Campen angesagt, was problemlos möglich ist. Über Ternopil und L’viv ging es dann langsam rein in die ukrainischen Karpaten. Tolle Natur, schöne Strassen, relativ gut ausgebaut. Oben an der Turka-Passhöhe gabs schon das nächste freie Campen.
Nachdem ich hier im Wald das Zelt aufgebaut hatte, bemerkte ich einige Arbeiter weiter unten im Wald. Kurz vor
dem Sonnenuntergang hatten sie dann aufgehört und ich merkte wie sie die Strasse hochkamen, natürlich bemerkten sie mich hier!
Sie kamen zum nachschauen was ich den hier so mache (Schliesslich sieht man einen Deutschen mit einem Motorrad hier nicht alle Tage!). Sie setzten sich und wir kamen mehr oder weniger ins “Gespräch”. Verstanden hab
ich fast nix. Schliess bekamen sie von mir noch ein Souvenir, denn schliesslich wollte ich auch mal schlafen. Immer in der Hoffnung das sie jetzt nicht gleich ihr ganzes Dorf zusammentrommeln und gleich noch mehrere kommen würden.
Gekommen ist aber niemand mehr, und so konnte ich eine sternenklare Nacht in den ukrainischen Karpaten geniessen.
Am nächsten Morgen ging es aus den Karpaten raus in die Senke nach Uzhorod und weiter nach Cop, die Grenze
zu Ungarn..... Die Ausreise aus der Ukraine verlief extrem schnell! Stempel rein, Visa kontrolliert und alles war ok....so fuhr ich über den Grenzfluss an die ungarische Grenze......
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