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Tourinfo: ...und hier gings dann alles andere als flott über die Grenze. Es gab natürlich zuerst wieder das obligatorische “Zettelchen” und viele, viele staunende Reisende und russische Grenzbeamte! Nach so ca. 2 Stunden war dann alles erledigt, leider hatte ich das wichtigste Dokument nicht in der Tasche und ich dachte auch im ganzen Trubel nicht daran: Das Zolldokument für das Motorrad hatte ich letztendlich NICHT bekommen! (Das sollte sich noch bei der Ausreise in die Ukraine rächen!) Hatte die russischen Zöllner auch nicht so sehr interessiert als DAS Motorrad und der Typ der darauf fuhr.
Nach ca. 2 Stunden hatte ich also alles hinter mir, der Stempel auf dem “Zettelchen” war drauf und weiter gings zur letzten Schranke, wo ich das “Zettelchen” wieder abgab und die Schranke nach Russland aufging.
Gleich nach der Grenze wollte ich auch gleich die meine ersten “Rubel” eintauschen. Dazu
blieb ich am Strassenrand stehen und begab mich in einem Container am Strassenrand, welcher so aussah, als wenn man dort Rubel bekommen kann. Nun, Rubel bekam ich recht schnell. Doch im Container wollte dann gleich noch jemand etwas von mir. Er redete in einem Redeschwall auf mich ein, ohne wohl daran zu
denken dass ich evtl. gar nicht russisch verstehe! Nach dem er ausgeredet hat, kam dann noch jemand dazu (ein schwedischer Geschäftsmann, der russich konnte) und mir dann erklärte, was der Mann hinterm Tresen von mir wollte.
Er wollte mir eine russische Haftpflichtversicherung für mein Motorrad “andrehen”. Nach längerer “Diskussion” mit ihm gab er letztendlich auf.
Wieder draussen auf der Strasse war das Motorrad natürlich schön belagert (es folgte das
obligatorsiche “Germanija?” und die “Bewunderung” des Motorrads und des Bikers da drauf......
Nach der “Besichtigung” gings weiter,...., gerade mal 2 Kilometer so in etwa, dann war schon die “Milizija” neben mir! (“Was hab ich falsch gemacht dachte ich mir so?”) Es stiegen
2 junge Beamte aus dem Auto, und wollten anscheinend zuerst alle “Dokumente” kontrollieren. Also alles wieder rausgegramt. Doch dann “sagte und deutete” er mir sein eigentliches Anliegen. Er wollte unbedingt eine “Probefahrt” mit meinem Motorrad machen! Der andere meinte schliesslich, sein Kollege wäre “Spezialist”. Der “Spezialist” wollte mich also immer vom Motorrad herunterbekommen, auch schon mal mit den Händen....Meinerseits bekam er immer nur ein “Njet” zu hören...und ich blieb drauf sitzen! Nach einiger Zeit gab er auf, doch er wollte dann doch noch meine Crossstiefel als Andenken haben (oder auch meine Lederhose gefiel ihm). Er hätte mir dafür seine Armeestiefel gegeben!
Wäre auch ein netter Tausch gewesen. Schliesslich kam noch ein
Milizija-Auto mit einem älteren Herrn drinn, der sich das ganze kurz anschaute, und mich dann weiterfuhren liess. (War wohl der Chef von den zweien). Ich hatte nix dagegen!
Ich dachte mir nur, wenn das SO weitergeht, dann wirds heftig hier! Aber es war eigentlich die einzigste Situation die etwas “merkwürdig” war. RUSSLAND LIVE!
Dann ging es also weiter nach St. Petersburg. In der Stadt waren dann teilweise extreme
Schlaglöcher gewesen! Kaum vorstellbar! Die Blicke sollten nicht von der Strasse weichen wenn man fährt, ist ja auch nicht lustig in ein Loch zu
fahren wo der Kanaldeckel fehlt! Und es befindet sich nur ein Hinweis auf den Campingplatz in St. Petersburg, den ich aber nicht übersah. So gings am Ende eines
erlebnisreichen Tages nordöstlich raus aus St. Petersburg (Richtung Finnland) an der nach einigen Kilometern der Campingplatz lag.
Als ich am Campingplatz ankam war ich der einzigste mit einem Zelt, in Russland ist Camping noch nicht so bekannt. Auch sonst war wenig los dort, ausser
einem deutschen Rentnerehepaar mit einem alten VW-Bus. Wir hatten lange bis in die Nacht geredet (wegen der nordlichen Breite St. Petersburg ist es auch ziemlich lange hell) und am Schluss vor dem Schlafengehen bekam ich noch den Tipp,
dass ich mir doch etwas “massives” mit ins Zelt nehmen sollte! ?? dachte
ich mir...er klärte mich auf dass er schon öfters nach Russland fahren würde und er eben hier schon mal in der Nacht überfallen worden wäre! Somit hatte ich diesmal noch einen grösseren Schraubenschlüssel und einen massiven Holzprügel mit im Zelt! Passiert ist aber nichts.
Am nächsten Tag ging es mit einem schrottreifen russischen Linienbus rein nach St.
Petersburg. Die selbstgeführte Stadtbesichtigung war schon sehr interessant. Sieht man ja oben an den Bildern, Am Abend ging es wieder mit U-Bahn und Bus zurück zum Campingplatz. Das Zelt stand auch noch da. Und das Motorrad ebenso.
Nach einer weiteren Übernachtung fuhr ich am nächsten Tag wieder rein nach St. Petersburg
und durch die Stadt nach Süden Richtung Moskau. Moskau befindet sich von St. Petersburg knapp 800 km entfernt, also musste ich unterwegs noch irgendwo campen. Die Route war 352 km lang und führte über Novgorod nach Valdaj am Rande der
Valdajhöhen. Dort suchte ich mir unbemerkt einen Platz am Rande der Strasse.
Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Moskau mit einer Streckenlänge von 434 km.
Richtung MOSKAU
Sie verlief, immer der E10 folgend, über Vysnji Volocok, Tver, Klin nach Himki am
nördlichen Rande Moskaus. Je näher ich nach Moskau kam umso breiter (und besser) wurde die Strasse. Die Strasse führt schliesslich am Internationalen Flughafen Scheremetjewo von Moskau vorbei. Ab da war die Strasse dann 5-spurig pro Richtung und führte mich schliesslich auf den Autobahnring um Moskau. (der ist übrigens 109 km lang!)
Ich fuhr auf dem westlichen Abschnitt des Moskauer Autobahnrings um Moskau herum in den Süden Moskaus. Laut Führer liegt an der M2 nach Tula das “RUS-Hotel” wo sich der Moskauer Campingplatz befindet.
Die Fahrt über den Autobahnring war die reinste Hölle! Gerade mal 2-spurig (!), die anderen 2 Spuren wurden gerade
neu gebaut, also eine Baustelle auf 50 km Länge. Es war extrem viel Verkehr dort, jeder fuhr wie im “Wilden Westen”, drängeln und auffahren auf 2 Meter ohne Ende, unzählige Lastwagen “älteren Baujahrs”, Moskwitschs, Ladas, Trabbis und nagelneue Mercedes und BMW`s und ich mit einer kleinen Enduro
dazwischen. War da echt froh dass da nix passiert ist. An der Abfahrt
der M2 nach Tula angekommen sah ich auch gleich relativ schnell das RUS-Hotel. Auf der Strasse zum Hotel sah man dann auch gleich lauter verlassene kleine Hüttchen. Das war früher wohl mal so ein sowjetisches Ferienlager gewesen. Der
Campingplatz machte keinen schlechten Eindruck. Relativ gross war er auch. Nur war keiner da auf dem Platz. Ich war zuerst der einzigste gewesen!
Zuerst mal einchecken für die erste Nacht, welche ich im Zelt verbrachte (wieder mit Holzprügel und Schraubenzieher).
Nach und nach kamen plötzlich eine Menge Wohnmobile an. Die hatten die Tour über den gleichen Veranstalter gebucht wie ich, und fuhren im Convoi durchs Land, mit Begleitung aus Weiss-Russland. Die Nacht war wieder ruhig und es ist
auch nichts passiert. Am nächsten Tag ging es mit dem Bus an die Endstation der Moskauer U-Bahn und mit der U-Bahn direkt rein ins Zentrum. Wetter war herrlich und heiss. Kreml (von aussen), Roter Platz, Fernsehturm, “Weisses Haus”, Aussenbezirke, gab eine Menge zu sehen und hoch
interessant! Zurück mit U-Bahn und Bus wieder am Campingplatz waren die Wohnmobile schon wieder verschwunden und ich befand mich ganz alleine auf dem Platz! Irgendwie war mir das so alleine da unten auf dem Platz im Dunkeln auch nicht
mehr ganz geheuer und so beschloss ich, die nächsten 2 Übernachtungen im Hotel in einem weichen Bett zu verbringen. (pro Nacht 55 US-Dollar) Mal wieder ein richtiges Bett haben ist auch nicht zu verachten. Das Motorrad, meinte der Pförtner, sollte ich doch besser direkt an die Hoteltüre schieben, wäre sicherer, meinte er noch! Oben auf dem Zimmer mal eben
russisches Fernsehen anschauen, und was lief? Kaum zu glauben: “Derrick” auf deutsch! (mit russischen Untertiteln). Hat auch was...
Nach einem weiteren Tag Besichtigungstour in Moskau gings dann am 14. Juli weiter in
Richtung Ukraine. Wetter war wieder ziemlich heiss und schön. Über Tula, Or’ol fuhr ich noch bis nach Zeleznogorsk (ca. 60 km vor der ukrainischen Grenze). Hier hiess es wieder irgendwo einen, blickgeschützt von der Strasse, passenden
Platz zu suchen. Gefunden hab ich einen in der Nähe eines uralten russischen Kraftwerks. Da hofft man schon dass es nicht gerade heute irgendeinen Störfall gibt! Merkwürdige Geräusche machte es ja zuhauf!
Nach einer ruhigen Nacht hiess es morgens wieder früh losfahren, denn es sollte heute über die Grenze Russland-Ukraine gehen. Inzwischen war ich ja auf einiges gefasst.
An der Grenze angekommen gabs wieder das obligatorische “Zettelchen” zuerst. Vorne dann an der Zollstation angekommen war schon eine heftige Diskussion zwischen einer Russin und dem Zöllner im Gange! Als ich dann mal an der Reihe
war wollte er die “Dokumente” haben. Also alles möglische rausgekramt. Doch schon kam vom ihm ein “Dokument? Problema!!Problema!!” Ich hatte das Zolldokument vom Motorrad ja nicht gehabt! (Weil es da oben ja keinen interessiert hatte :-) Schliesslich bat er mich mal eben in sein Häuschen rein wo ich dann so in etwa mal eine Stunde rumsaß und mir das Treiben anschauen
konnte. Als er sich wieder mal mir zuwandte meinte er nur “Problema!! wo Dokument??” “Ich meinte nur “No Dokument”..Er meinte:”Problema..Problema..” oder ich sollte doch wieder zurück fahren von wo ich herkam! Also wieder so 1500 km zurück fahren! Keine so tolle Idee.... Also weiter rumsitzen, irgendwann
kam dann noch ein gut gekleideter Zöllner (oder war er von der russischen Mafia??) herein und meinte, wo ich mein Geld habe..(!) Daraufhin bekam ich ein leicht mulmiges Gefühl, da ich ja auch die ausländischen Devisen nicht deklariert
hatte!! Also zog ich daraufhin eines von mehreren einzelnen Geldverstecken heraus und zeigte ihm ein paar D-Mark. Er meinte wohl, das das schon in Ordnung wäre. Er verschwand wieder und so saß ich wieder auf der Bank herum.
Irgendwann gab er mir der Zöllner einen Zettel auf kyrillisch, nach
freundlicher Hilfe eines anderen Russen wusste ich was ich damit machen sollte. Ich sollte die Daten usw. vom Motorrad draufschreiben und ihm wieder bringen. Gesagt getan. Danach sollte ich den Zettel noch kopieren und ihm den Zettel
wieder bringen. Also ging ich rüber in ein anderes Haus, wo sich ein Kopierer befand. Dummerweise nahm die gute Frau keine D-Mark oder US-Dollar
an (sondern nur Rubel!) Ich hätte ihr sogar mehr gegeben als es in Rubel gekostet hätte! Keine Chance! Sie wollte nur Rubel haben. An der Grenze befand sich
auch eine Bank also noch schnell Rubel eintauschen und wieder rüber zu ihr. Jetzt klappte das auch mit dem Kopieren des Zettel bei ihr. (Das Rückgeld (200 Rubel = 0,05 DM) wollte sie mir aber dann doch nicht mehr rausgeben). Doch da drauf
bestand nun aber ich! Nach so ca. 3 Stunden hier rumstehen wird man plötzlich auch kleinlich.
Wieder zurück beim Zöllner meinter er schliesslich dass es ok wäre... und schlug seinen
Stempel auf das “Zettelchen” und sagte nur noch “GO Ukraina, GO Ukraina”. Nunja. Ich dachte mir nichts lieber als dass, und fuhr langsam weiter zum
nächsten Schlagbaum mit dem Militärpolizisten, der das berühmte “Zettelchen” entgegennahm und mich fahren lies.
So war ich nun also im Bereich zwischen der Grenze Russland-Ukraine. Das war eine ca. 3 km lange Strecke mit so in etwa 500 LKW`s; alle parkend am Strassenrand! Ich hätte zugern gewusst WIE LANGE DIE HIER schon standen! So wie es aussah waren es Tage... ich fuhr derweil weiter....
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