Heute am Mo, 25.7.2005, stand dann der ganze Tag für einen Stadtbummel in Vancouver an. Ich übernachtete am Burnaby Cariboo RV Park, einem Vorort von Vancouver. Dürfte der beste Platz sein für eine Stadtbesichtigung Vancouvers. Man befindet sich am Burnaby Lake und in nächster Nähe zum Lougheed Einkaufszentrum. Auch zur Skytrain-Station (Lougheed Town Centre) sind es nur ca. 15 Minuten zu Fuss. Hier kann man dann bequem mit dem Zug ins Zentrum von Vancouver fahren. So wie ich es gemacht hatte. Man muss da nur einmal umsteigen (Station Commercial Drive / Broadway). Und dann ging es direkt zur Endstation Waterfront Station, von der man gut die Stadtbesichtigung starten kann. Was mir als erstes auffiel: Die vielen Asiaten! Würde man nicht wissen, dass man sich gerade in Vancouver, Kanada, befindet, könnte man glatt annehmen man ist irgendwo in China oder Japan. Das hängt damit zusammen, das zwischen 1991 und 1996 mehr als 200.000 Immigranten nach Vancouver kamen. Der Grossteil davon aus asiatischen Ländern, allein 50.000 davon kamen aus Hong Kong. Man sieht sich als wirtschaftlicher Brückenkopf im pazifisch-asiatischen Raum. So dreht man hier mehr und mehr dem alten Europa und der Regierung im fernen Ottawa den Rücken zu.
Als erstes fuhr ich gleich mit dem SeaBus hinüber nach North Vancouver. (Fahrpreis im Tagesticket enthalten). Der SeaBus ist eine grosse Passagierfähre und man hat auf der 15 minütigen Fahrt durch das Burrard Inlet herrliche Ausblicke auf Vancouver Downtown mit ihren Hochhäusern und auf den nur aus Wald bestehenden Stanley Park. Danach ging’s wieder zurück nach Vancouver gegenüber des Convention Centers. Als nächstes machte ich einen Bummel durch Gastown. Es ist der älteste Stadtteil Vancouvers und touristisches Zentrum. Überall stehen hier noch alte Gaslaternen auf dem Gehweg und die Strasse besteht aus rotem Kopfsteinpflaster. Kurze Zeit später beim Gang durch die Water Street erblickt (oder hört!) man dann das wohl meistfotografierte Motiv in Vancouver. Die sog. Steamclock (“Dampfuhr”) ist die einzigste Uhr der Welt, die dampfbetriebene Pfeifen hat. Alle 60 Minuten macht sich die Steamclock lautstark bemerkbar und die dampfenden Pfeifen beginnen mit dem ihrem Pfeifkonzert. Geht man dann weiter kommt man zum Maple Tree Square. Hier thront Captain John Deighton, genannt “Gassy Jack”, der Namensgeber des ganzen Viertels auf seinem Podest. Gassy Jack war der erste Saloonbesitzer in Gastown (Vancouver, 1867, Ecke Water St./Cordova St.). Der Spitzname Gassy Jack kam daher, dass die Leute ihn als sehr geschwätzig fanden und “gassy” ist das englische Wort dafür. Über die Carrall Street ging ich dann weiter ins Viertel “Chinatown”. Der Weg führt dabei durch ein ziemlich heruntergekommenes Gebiet. Vancouvers Chinatown ist das zweitgrösste Chinesenviertel nach San Francisco in Nordamerika. Man merkt schnell wenn man in Chinatown ist: Viele Laternen sind plötzlich rot gestrichen, und die Hauptfarbe ist hier ebenfalls rot. Des weiteren findet man überall chinesische Schriftzeichen. Wer einen Ort der Ruhe suchen will ist hier genau richtig! Hier befindet sich der Dr. Sun Yat-Sen Classical Chinese Garden. Ein schön ausgestatteter Garten mit viel wuchernden Pflanzen, Wassergräben, durchzogen von Bächen und kleinen Wegen. Ein ruhiger Ort inmitten der Grossstadt. Ich dachte fast, ich wäre in Japan.
Vancouver Waterfront (10)
Vancouver Convention Centre (11)
Vancouver Canada Place (11)
Vancouver Gastown Gassy Jack (13)
Vancouver Chinatown (12)
Vancouver Gastown Steamclock (14)
Chinatown Dr. Sun Yat-Sen Chinese Garden (12)
Vancouver Gastown Steamclock (14)
Im Stanley Park: Das Vancouver Aquarium, der Scenic Drive und die Totempfähle
Von Chinatown fuhr ich dann per Bus zurück nach Downtown zur Waterfront. Von hier dann weiter per Bus zum Stanley Park. Er ist mit 4 km² der grösste Stadtpark Nordamerikas und nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Man kann dann, nachdem man im Park ankommt, entweder zu Fuss durch Urwald laufen oder den kostenlosen “Free Shuttle Bus” benützen, der rund um den Stanley Park fährt. Man steigt einfach an den Haltestellen ein und nach Belieben an einer der folgenden wieder aus. Dazwischen wird einem durch den/die Fahrer/in die ganzen Besonderheiten des Parks erklärt. Es lohnt sich auch diese kostenlose Rundfahrt zu machen, um alle Ecken des Parks zu sehen. Alles zu Fuss laufen würde recht lange dauern. Man kommt auf der Fahrt vorbei am Prospect Point mit herrlichem Blick über die Bucht und hinüber nach West Vancouver. Zuvor hat man noch einen Blick auf die Lions Gate Bridge, die den Stanley Park mit North/West Vancouver verbindet. Danach kommt man an den schönen Sandbadestränden des Third- und Second Beach vorbei. Die Weiterfahrt mit dem Shuttle Bus führt am Lost Lagoon vorbei, bevor man wieder den Stanley Park Causeway erreicht. (Verbindungsstrasse nach Downtown) Von hier ging ich dann zu Fuss zum Vancouver Aquarium mit seinen 8000 Meeresbewohnern. Man sollte sich schon etwas Zeit nehmen für das Aquarium. In mehreren Becken kann man hier die verschiedensten Tiere beobachten. Unter anderem Delfine und die weissen, riesigen Beluga Wale. Und das ganze entweder von unten durch die Scheiben der Becken oder von oben. Auch die Seelöwen genossen die Sonne, ebenso wie die verspielten drei kleinen Seeotter, die sich vergnügt in ihrem Pool vor den staunenden Besuchern tummelten. Es gibt im Aquarium auch einen tropischen Bereich. Hier wird die Tierwelt in den Meeren der Tropen gezeigt. Daran anschliessend kommt man in den Bereich der “Riesenfische” und von geht man dann in den schwül-heissen Bereich des Amazonas Regenwald. Die heisse Luft hier wird ständig von Wasserdampf noch feuchter gemacht. Ein netter Bereich, fliegen einem hier doch auch Schmetterlinge sprichwörtlich “um die Ohren”. Auch einige andere Bewohner des amazonischen Regenwaldes laufen und fliegen hier “frei” herum. Nach dem faszinierenden Besuch im Vancouver Aquarium ging ich dann weiter zu Fuss durch den Wald vorbei am Brockton Oval zur Ostspitze der Halbinsel des Stanley Parks. Hier in der Nähe des Brockton Points (mit Leuchtturm) befinden sich einige Totempfähle. Hier hat man auch wieder herrliche Blicke auf die Skyline von Vancouver Downtown.
Vancouver Aquarium Delfine (7)
Vancouver Aquarium Beluga Wale (7)
Vancouver Aquarium Beluga Wale (7)
Vancouver Aquarium Seelöwen (7)
Vancouver Aquarium Papagei (7)
Stanley Park Lions Gate Bridge (8)
Vancouver Aquarium
Stanley Park Totempfahle (9)
Vancouver Aquarium
Stanley Park (300 kB)
Sonnenuntergang auf dem Lookout Tower im Harbour Centre
Vom Stanley Park fuhr ich dann spätnachmittags mit dem Bus wieder zurück ins Zentrum. Hier am Canada Place kann man viele Wasserflugzeuge beim starten und landen auf dem Wasser beobachten. Sogar einen Tower gibt es für die vielen “Floatplanes”. Nur sehen kann man den Tower hier unten aber nicht. Den sieht man erst wenn man oben auf dem Lookout Tower steht und auf einen Büroturm hinüberschaut. Dort oben auf dem Dach sieht man dann den kleinen Tower in einer Höhe von 142 m über dem Boden. Er ist der höchstgelegene Flughafentower in der Welt! Doch zuerst sah ich noch etwas den kleinen Wasserflugzeugen zu, bevor ich mich in Richtung IMAX-Kino hinter dem Convention Centre begab. Auch ein riesiges Kreuzfahrtschiff lag hier im Hafen an, was dann gegen Abend ablegte. Ich entschied mich im IMAX Kino einen Film über die Natur und Tierwelt in Alaska anzuschauen (Titel: “Alaska - Spirit of the wild”). Ein toller Film mit vielen schönen Sequenzen. (leider nicht in 3D). Da ich erst kurz vor Sonnenuntergang auf den Lookout Tower fahren wollte, sah ich mir noch einen Film über eine Buschfahrt in den afrikanischen Nationalparks an, der in 3D gezeigt wurde (Titel: “Wild Safari 3D”). Nun machte ich mich langsam auf dem Weg zum Harbour Centre mit dem Lookout Tower oben drauf. Hier oben wollte ich dann den Sonnenuntergang geniessen. Man fährt hier in einem der beiden Aussenaufzüge (von Otis) mit verglasten Türen an der Aussenwand entlang von unten in den Tower hinein. Von hier oben hat man dann einen schönen Überblick über Vancouver. Im Osten reicht der Blick sogar bis zum Mount Baker, 3285m, im US-Bundesstaat Washington. Auch der Anblick des Convention Centers mit seinen aufgesetzten Segeln ist ganz nett. Im Sommer hat der Tower bis abends um 22.30 Uhr auf, so dass man hier den Sonnenuntergang genau beobachten kann. Nach einem schönen sonnigen Tag in Vancouver ging es dann wieder mit dem Skytrain zurück nach Burnaby zum Cariboo RV Park.
Vancouver Lookout Tower (10)
Vancouver Lookout Tower (10)
Vancouver Lookout Tower (10)
Vancouver Lookout Tower
Vancouver Lookout Tower (10)
Weitere Sehenswürdigkeiten in Vancouver
Da wäre zuerst einmal der Grouse Mountain in North Vancouver zu nennen. Sozusagen der Peak of Vancouver. Hier kann man mit der Seilbahn auf den 1250m hohen Berg fahren und das Panorama geniessen. Wenn man schon in North Vancouver ist, kann man auch gleich die Capilano Suspension Bridge besichtigen. Eine 137m lange Hängebrücke, die mehr als 70 m über der bewaldeten Felsschlucht des Capilano Rivers hängt. Auch das Science World, das anlässlich zur Weltausstellung 1986 entstanden ist, ist einen Besuch wert. Es liegt am Rande von Downtown am Ende des False Creek. Ein interaktives Wissenschaftsmuseum mit einem Omnimax Riesenleinwandkino. Und die neueste Touristenattraktion ist das Storyeum. Hier kann man unterirdisch (unter dem Stadtteil Gastown) viele historische Geschichten, gespielt von Schauspielern, erleben.
Von Golden über Hope nach Vancouver
Stewart Cassiar Highway nach Stewart-Canada und Hyder-Alaska