Tourinfo: ....Ab dem Gullfoss-Wasserfall beginnt jetzt die “Kjölur-Hochlandroute F35”. Diese Strecke ist aber relativ einfach zu befahren, es gab zu meinem Zeitpunkt keine grösseren Furten auf dieser Strecke, aber sie ist ziemlich lang und natürlich auch nur eine Schotterpiste. Kaum war ich auf der
F35 wurde das Wetter auch schon wieder zusehends schlechter, hinter mir, also von Süden her, zogen dunkle, schwarze Wolken auf. Man nähert sich zuerst von Süden her dem Berg Bláfell, 1204m hoch, den man links herum umfährt. Nur kurz darauf überquert man auf einer Brücke den Gletscherabfluss
“Hvítá”, der zuerst noch ein See direkt am Gletscher Langjökull ist (“Hvítávatn”) und später dann im Wasserfall Gullfoss in 2 Stufen herabstürzt, um schliesslich bei Selfoss in den Atlantik zu fliessen. Von hier sieht man auch im Hintergrund den langen
Langjökull-Gletscher. Doch leider wurde jetzt das Wetter immer schlechter, es kam starker Wind auf und es regnete auch. So fuhr ich also weiter Richtung Norden, Strasse schlecht, Regen heftig und viel, (leid taten mir da irgendwie die Radfahrer,
die bei diesem “Sauwetter” mit ihren schwer bepackten Rädern die Strasse rauftreten mussten, da sie immer leicht anstieg bis nach Kjölur/Hveravellir). Nur langsam ging es voran, doch das Wetter wurde immer schlechter und der Wind
heftiger. Irgendwann erreichte ich eine sog. Nothütte (“Svártabotnar”). Sie sind für Notfälle gedacht (und zum Übernachten geeignet). Kurz danach folgte rechts der Abzweig “F347” ins Skigebiet “Kerlingarfjöll”. Ich fuhr jedoch direkt weiter Richtung Kjölur/Hveravellir. Nun fing es so langsam auch zu schneien (!) an, kalt genug dazu war’s ja schon, bis am Schluss beim erreichen der Hütten in Hveravellir fast schon eine geschlossene Schneedecke lag!
Irgendwie hatte ich leider davon keine Fotos gemacht, schade. Aber ich war froh jetzt dann eine warme Hütte (und die heissen Quellen von Hveravellir!) erreicht zu haben. Hier besorgte ich mir wieder einen Platz in der kleinen Hütte
direkt neben den Quellen. Dann folgte wieder ein langes Bad in der schönen heissen Quelle, was nach dieser Fahrt wider die Lebensgeister erweckte! War schon irgendwie lustig bei leichtem Schneefall darin zu baden...äusserst lohenswert!! Ich diskutierte viel mit
andren Urlaubern hier oben, unter anderem mit einem Biker aus Deutschland vor der Wanderhütte. Immer mit Blick zu unseren ca. 100m entfernten abgestellten Enduros. Wie gesagt, der Wind war teilweise extrem stark! So stark, das wir beide
zusehen konnten wie meine Enduro vor unseren Augen von einem Windstoß langsam vom Seitenständer angehoben wurde, und dann ganz langsam auf die andere Seite umgefallen ist! Als wir beide mein Motorrad wieder aufstellen wollten, war
wieder extremer Wind, und um es kurz zu machen, wir hatten richtige Probleme, es wieder auf den Seitenständer zu bekommen! Langsam hörte dann auch wieder der Schneefall auf, und es stand eine ruhige Nacht in der Hütte bevor. Am nächsten Tag ging’s dann weiter Richtung Nordisland auf der Kjölur-Route F35. Ich erreichte den Blöndulon-See auf einer Höhe von 475m. Es fing schon wieder zu regnen an und nach einer problemlos zu fahrenden Strasse erreichte ich dann auch bald das Ende der Kjölur-Hochlandroute in Eyvindarstadir. Und in wenigen Kilometern war wieder die Ringstrasse Nr.1 erreicht....