* Reisebericht (9.8.-14.8.1998) * Nach der langen Überfahrt aus Griechenland kam ich dann am späten Nachmittag in Brindisi, im tiefen Süden Italiens an. Hier an der Adriaküste fuhr ich dann noch ein Stückchen weiter zu einem Campingplatz in Ostuni. Am nächsten Tag ging es dann
weiter nordwärts und über Bari entlang der Adriaküste nach Foggia, das schon etwas landeinwärts liegt. Ab hier ging es dann sozusagen auf die andere Seite Italiens. Ich fuhr über Campobasso und Isernia (was ziemlich genau in der Mitte
“zwischen den Meeren” liegt) nach Cassino. (An der Autobahn Neapel-Rom). Hier thront auf einem Berg 520m über der Stadt Cassino das berühmte Montecassino. Hier fand im 2. Weltkrieg die “Schlacht um Montecassino” statt. (17.1.1944 - 18.5.1944; Die viermonatige erbitterte Schlacht brachte 20.000 deutschen und 12.000 alliierten Soldaten den Tod). Man kann auch auf einer guten Strasse auf den Berg hinauffahren und dann von oben einen herrlichen Blick nach Cassino geniessen.
Dann fuhr ich weiter, immer auf der Landstrasse, über Frosinone in Richtung Rom. Vor Rom erreichte ich dann den GRA (Grande Raccardo Annulare), der Ringstrasse um Rom herum. Ich fuhr auf der östlichen Seite in den Norden Roms zum
Campingplatz Happy Village
. Ein sehr schöner Platz, mit eigenem Pool, den ich heute (und
vor allem morgen!) ausgiebig nutzte. Am nächsten Tag (Di, 11.8.1998) machte ich eine Besichtigung Roms. Per Bus ging es vom Campingplatz zur Bahnstation eines Vorortzuges nach Rom. Hier schaute ich mir zuerst das Kolosseum an. Da ich mir das
Kolosseum auch von innen anschauen wollte war erst mal schwitzen in der langen Reihe zur Kasse angesagt. Da heute wohl einer der heißesten Tage war, ist es nicht mehr sehr lustig gewesen, eine gute halbe Stunde hier in der
prallen Sonne zu stehen. Und auch die Getränkeverkäufer mit ihren Ständen neben der Reihe machten ein tolles Geschäft (mit ihren extrem hohen Preisen!). Von innen sieht das Kolosseum schon sehr beeindruckend aus. Danach ging es vorbei am Konstantinsbogen, der sich direkt neben dem Kolosseum befindet. Weiter zum Forum Romanum, den Überresten des alten Roms. Sieht auch sehr beeindruckend aus. Ich ging dann noch weiter bei
extremer Hitze zum Piazza Venezia. Hier ist der geografische Mittelpunkt Roms und ein zentraler
Verkehrsknotenpunkt. Hier befindet sich auch das Vittoriano, ein ziemlich grosser Monumentalbau.
Als nächstes schaute ich mir den Vatikan (Petersplatz, Petersdom
) an. Nach einem langen heissen Tag ging es per U-Bahn, Zug und Bus wieder zum Campingplatz und mit Freuden hinein in den Pool!
Der nächste Tag (Mi, 12.8.1998) begann mit der Motorradfahrt nach Norden über Terni nach Perugia und weiter nach Assisi. Hier gab es Ende März / Anfang April 1998 schwere Erdbeben, bei denen es auch einige Schäden gab. Ich schlenderte ein wenig durch die engen Gassen von Assisi, dann ging es weiter durch die Berge des Appennin und dann wieder an die Adriaküste nach Fano. Von hier noch kurz nordwärts nach Rimini und das schöne
Bergsträsschen hoch in den Kleinstaat San Marino
. Hier oben, hoch über Italien, hatte ich heute mein Zeltplatz. Am nächsten Tag (Do, 13.8.1998; wieder ein herrlicher sonniger Tag) fuhr ich mit dem Motorrad zurück nach
Rimini und jetzt immer entlang an der Adriaküste nach Ravenna und durch die Poebene nach Venedig. Venedig ist durch eine lange Strasse mit der Stadt Mestre mit dem Land verbunden. In Venedig schlenderte ich nur relativ kurz
durch die verwinkelten, teilweise sehr engen Gässchen. Nach dem kurzen Rundgang durch Venedig kam dann die Campingplatzsuche. Zuerst fuhr ich nach Lido di Jesolo, doch hier lies man mich mit relativ unfreundlichen Worten
erst gar nicht auf den Platz. Nunja, besonders schön war es dort eh nicht, also wieder mit dem Motorrad zurück Richtung Venedig. Hier sah ich vorhin schon einen Campingplatz, auf dem ich dann auch ohne Probleme das Zelt
aufstellen konnte. Der Platz lag übrigens direkt hinter dem Flughafen Marco Polo von Venedig. Geht man hinten aus dem Campingplatz über einen Schutzwall steht man schon vor dem Zaun des Flughafens an der Startbahn.
Gestört hat das aber gar nicht. Der Platz selbst befindet sich in einem lichten Wald. Heute (Fr, 14.8.1998) war dann der vorletzte Tag meiner langen Motorradfahrt durch den Südosten Europas. Zuerst ein Stück zurück nach Venedig, und dann weiter über Treviso und Conegliano hinein in die italienischen Alpen (Dolomiten). So langsam fühlt man sich dann hier wieder heimisch. Durch den bekannten Wintersportort
Cortina d’ Ampezzo ging es dann über mehrere schöne Pässe. (Falzarego, 2105m; Pordoijoch, 2239m; Sellajoch, 2244m). Hier erreichte ich dann Südtirol und fuhr noch etwas weiter nach Brixen und kurz dahinter zu meinem
heutigen Campingplatz in Vahrn. Hier am abend bekam ich dann nochmal die Naturgewalten zu spüren. Nachdem ich das Zelt aufgebaut hatte, war ich in der Platzwirtschaft beim essen. Und hier brach dann die Hölle los! Es brach in Windeseile ein schweres Gewitter über das Gebiet um Brixen herein! (Den letzten Regen hatte ich heuer
übrigens in der Ukraine gehabt bei Cherson!) Der Sturm und Regen peitschte über den Campingplatz. Als ich dann irgendwann mal zum Zelt ging, hiess es innen “Land unter”: Das Zelt war überflutet. Nach einiger Zeit hatte ich es
aber wieder trocken, und schlief bei Blitz und Donner ein. Heute (Sa, 15.8.1998) war dann der letzte Tag meiner Motorradtour. Eigentlich wollte ich jetzt gemütlich über
Sterzing - Brenner - Innsbruck heimfahren. Doch als ich an der Rezeption zahlte, sagte man mir, dass im Nachbarort Franzensfeste gestern eine Mure die Strassen verschüttete! Durchfahrt Richtung Brenner unmöglich! So musste ich wieder zurück nach Brixen und Bozen. Bei sehr viel Verkehr und vielen Staus (es war Samstag und
Urlaubszeit) fuhr ich über Meran in den Vinschgau weiter zum Reschenpass. Über Landeck, Imst und Garmisch kam ich dann erschöpft, mit wundem “Hintern” und mit vielen Erlebnissen am Abend zuhause an.
Wetter: 9.8.-14.8.: meist sonnig, sehr warm
14.8.: abends Gewitter, Unwetter! 15.8.: sonnig, warm