Tourinfo: ....auch heute fast noch mitten in der Nacht ging’s dann wieder mit dem heftigen Hupen los, war wohl so ca. 5.00 Uhr morgens gewesen. Das bedeutete wieder das wir uns dem Festland näherten. Doch heute sah man noch weniger, alles grau in grau mit tiefen Wolken und etwas Regen. Doch dann sah man irgendwann
die Küste Islands, ist schon schön nach so langen Fährfahrten wieder mal Land zu erblicken! In Seydisfjördur wieder ein ähnliches Bild wie in Torshavn, lauter schöne bunte kleine Häuschen, eingehüllt von Nebel und Kälte. Aber richtig schön
gemütliche Häuschen für so ein Wetter! Als wir die Fähre verliessen beschlossen wir, erst mal bis Egilsstadir gemeinsam zu fahren und zu sehen wie es denn hier so ist mit den Strassen und ähnlichem. Die erste Überraschung kam dann gleich 3 km hinter Seydisfjördur, hier ging die kleine Teerstrasse dann schon in Schotter über. Die Strasse “93” führte dann auch
gleich über einen höheren Pass über die Berge und hinunter nach Egilsstadir, mit vielen unterschiedliche Arten von Schotter, grob bis fein und teilweise Fels . Schon ein grosser Unterschied zu den Faroer-Inseln!
Aber so ähnlich hatte sich das wohl jeder von uns vorgestellt. Sollte ja auch nicht nur Teer sein. In Egilsstadir frühstückten wir dann zuerst noch alle zusammen. Und wir besprachen wer denn in welche Richtung fahren wollte.
Da wir alle nur 2 Wochen hier in Island blieben, vereinbarten wir uns in genau 2 Wochen wieder hier zu treffen. Und dann sahen wir auch noch unsere Freunde “die Österreicher, mit ihrem Überlebensmobil”. Ich fuhr zuerst in den südlichen Teil Islands Richtung Gletscher Vatnajökull/Höfn. Kurz nach Egilsstadir dann wieder Schotterpiste, auf der Ringstrasse Nr.1, der Hauptstrasse rund um die Insel. Nach einigen Kilometern ging es dann von der Ringstrasse runter und hinein ins “Öxivegur”, die Strasse “939”. Einer kurzen Verbindungsstrasse (sie war übrigens schon mit dem Zeichen “4x4 ONLY” bezeichnet, was bedeutet dass man sie nur mit Allradfahrzeuge oder geländegängige Fahrzeuge befahren sollte) Und das wollte ich natürlich gleich mal testen! War aber nicht schwierig zu befahren, ohne schwierige Stellen oder Furten. Aber es wurde im Öxivegur so stark nebelig, dass man gerade mal noch 50 Meter weit sah und
ziemlich feucht wurde. Was gleichbedeutend war mit: Regenkombi anziehen! *** UPDATE ***
Leider las ich gerade auf einer anderen Homepage aus dem Jahre 2000 folgendes über den “Öxivegur-Weg”: Als ich hinkam schwante mir nichts gutes: Ich
sah Erdbaumaschinen, Bagger, Radlader, LKW und alle diese Maschinen, die man braucht um alles kaputt zu machen. Und so war es dann auch: Die 939 gibt es nicht mehr! Die gesamte Strecke ist neu trassiert und mit fürchterlichem Schotter
aufgefüllt, schlicht ausgedrückt: Die Strecke ist ruiniert und tot. *** UPDATE *** Wer mehr dazu wissen will
Wieder auf der Ringstrasse angekommen, ging es immer an der Süd-Ostküste entlang und über
Djúpivogur bis ins “Lóndelta”, dem Flusstal des “Jökulsa i Lóni”, dem östlichsten Abfluss des Vatnajökull. Hier im Delta am Hof “Stafafell” hatte ich meine erste Unterkunft, eine einsame Hütte.
Es kamen noch 2 weitere Autos, 2 deutsche Urlauber und 2 Isländerinnen. In der Nacht fing es dann richtig stark zu regnen an, so das ich am nächsten Tag schon mit dem schlimmsten “Sauwetter” rechnete.
Am Morgen hatte es dann doch zuerst mal aufgehört. Nach den ersten 1o km war’s schon vorbei, es begann wieder zu regnen (--> Regenkombi wieder anziehen). Doch schön im Ort “Höfn” hörte
es wieder auf. Höfn ist übrigens der Hauptort hier im Südosten Islands am Riesen(Plateau-)gletscher Vatnajökull. Und ab hier wurde es in der tat schön. Hier erfuhr ich auch, dass es etwas weiter westlich von der Ringstrasse eine sehr interessante Strasse hoch zum Gletscher gibt. (Hochlandroute Jöklasel, F985). Die wollte ich nicht verpassen!
Nach ca. 40 km ging’s dann auch schon rechts ab Richtung Jöklasel. Hier sah ich schon die
ziemlich steil ansteigende Strasse hoch in die Berge. Und zu meiner Verwunderung sah ich von unten schon “die Österreicher” mit ihrem Gefährt herunterkommen. War hier schon leicht verwundert, zumal die isländischen Strassen oft lange einspurige Stellen haben (“Einbreid
brús”=einspurige Brücken) und ihr Fahrzeug schon sehr breit war! Ich fuhr also rauf zur Jöklasel Hütte auf 840m. Hier steht man direkt am Gletscher Skálafellsjökull und hat einen tollen Ausblick auf den Atlantik! Sehr empfehlenswerte Route!
Man kann sich hier oben auch ein Schneemobil leihen
und auf den Vatnajökull seine Spuren ziehen. Und das Wetter passte auch jetzt und hier.
Dann ging es wieder runter und auf der Ringstrasse 1 weiter westlich zur Gletscherlagune “Jökulsarlon”
. Ein See mit einem Haufen ziemlich grosser Eisbrocken, die des öfteren vom Gletscher Breidarmerkurjökull in den See hinein fallen. Könnte fast so ausschauen wie in
Grönland. Nach langem staunen und schauen ging es weiter Richtung Westen an den Fuss des Berges Hvannadalshnúkur mit einer Höhe von 2119m. Der höchste Berg auf Island und mit dem dickem Eis des Öraefajökull bedeckt. Hier führt die Ringstrasse südlich um den Berg herum ins Öraefi. Von hier aus sieht man auch schon die weiter Sanderflächen des “Skeidarársandur”, der riesigen Sandwüste südlich des Vatnajökulls.
Heute fuhr ich dann nur noch bis zum Campingplatz im Skaftafell-Nationalpark direkt am Gletscher Skaftafellsjökull. Und wieder zu meiner Verwunderung kamen dann unerwartet während meinem Zeltaufbau “die Österreicher” mit ihrem Saharamobil auf den Platz. (Mit DIESEM Fahrzeug hätte ich
schon Angst gehabt auf so einspurigen Holzbrücken einzubrechen oder wegen Überbreite zurückfahren zu müssen!) Danach ging ich noch ziemlich weit zu Fuß Richtung Skaftafellsjökull und einige Meter auch hinauf
auf den Gletscher. Es war so ca. 22.00 Uhr abends und auch noch relativ hell; Island liegt mit seiner Nordspitze ziemlich genau auf Polarkreishöhe!
Am nächsten Tag fuhr ich weiter Richtung Westen über die Sanderflächen des “Skeidarársandur”. Die Ringstrasse hier war letztes Jahr (1996) wegen des Vulkanausbruchs nicht passierbar und erst vor kurzem wieder provisorisch hergestellt worden.......