5. Tag (13.7.2005): Von Tok, Alaska nach Dawson City, Yukon Territory (314 km)
Streckenverlauf
Taylor Highway, Alaska Tok - Tetlin Junction - Chicken - Little Gold Creek
Am Mittwoch, 13.7.2005, ging’s dann weiter am Morgen von Tok aus Richtung Tetlin Junction. Das Wetter war ziemlich schön und auch relativ warm. Zuerst fuhr ich die kurze Strecke auf dem Alaska Highway bis Tetlin Junction. Hier ist dann der Abzweig nach links (Norden) auf den Taylor Highway. Der Highway steigt langsam an und verschwindet dann kurz darauf in einer hügeligen Landschaft. Hier sah ich dann auch zum ersten Mal die vielen verbrannten Wälder. Es sind hier praktisch ganze, riesige Täler abgebrannt. Sah schon ziemlich gespenstig aus, durch die langen und hohen abgebrannten Baumstämme zu fahren und das über viele Kilometer hinweg. So ging’s dann lange Zeit durch die Hügellandschaft vorbei am Mount Fairplay und weiter Richtung Chicken, dem nächsten Ort. Kurz vor Chicken wird dann der Taylor Highway zur Schotterpiste. Aus was besteht der Ort Chicken? Hm, also da wäre zuerst mal ein Post Office. (Was in Deutschland mit Sicherheit schon längst geschlossen worden wäre, wegen zu geringer Nachfrage). Dann wären da noch wenige Hütten zum Goldwaschen. Auch eine Tankstelle und ein Geschäft gibt’s. Sonst gibt’s nicht viel. Ausser Geschichten und Legenden. Weiter geht’s auf dem Taylor Highway. Jetzt wird die Strasse enger und kurviger. Sie führt meist an Bächen und Flüssen vorbei, wo früher nach Gold gegraben wurde. Irgendwann nach einiger Zeit kommt man dann an der Jack Wade Gold Dredge vorbei. Man könnte es mit Schwimmbagger übersetzen. Mit solchen Ungetümen wurde früher damit praktisch der gesamte Fluss umgegraben auf der Suche nach dem begehrten Gold. Und heute stehen die Dinger einfach so im Flussbett herum. Kurze Zeit später kommt man zum Abzweig nach Eagle Village. Der Taylor Highway führt nach Eagle Village im Norden. Ich fuhr aber Richtung Yukon Territory. Kurze Zeit später kommt dann noch das Örtchen Boundary kurz vor der Grenze. Hier noch in Alaska sah ich dann auch noch einen ziemlich heftigen Waldbrand weiter im Norden an einem Berghang. Die Rauchentwicklung war entsprechend stark! Nach ein paar weiteren Meilen erreichte ich die Grenze zum Yukon Territory (Little Gold Creek). Die Grenze hat auch nur von 8 bis 8 auf. Also besser nicht in der Nacht herkommen. Es war nur ein Auto vor mir an der Grenze, so dauerte es nicht allzu lange. Ich musste nur ein paar Fragen beantworten, ob ich denn Waffen, Alkohol oder ähnliches dabei hätte. Und ob ich wieder nach Alaska zurückfahren wollte. (Wegen dem amerikanischen Ausreisebeleg im Pass. Aufpassen: Will man wieder nach Amerika einreisen, darf man AUF KEINEN FALL den grünen US-Ausreisebeleg abgeben! Den darf man nur abgeben, wenn man endgültig aus Amerika ausreist!
Taylor Highway nach Chicken (1)
Jack Wade Gold Dredge von früher (2)
Taylor Highway verbrannte Wälder (1)
Taylor Highway Richtung Kanada (3)
Chicken Post Office (2)
Grenze Alaska - Kanada (3)
Goldgräberort Chicken (2)
Welcome to Yukon, Kanada (3)
Top of the World Highway, Yukon Territory, Kanada Dawson City Little Gold Creek - Dawson City (4)
Im Yukon Territoy, Kanada, angekommen musste ich mich erst mal wieder auf die Anzeigen in km/h statt in mph (Meilen/Stunde) und Kilometerangaben statt Meilen umstellen. Auch muss man hier die Uhr eine Stunde vorstellen (Pacific Standard Time statt Alaska Time). Dann ging’s weiter auf dem Top of the World Highway, der die nächsten 105 km bis Dawson City eine staubige, breite Schotterpiste ist. Doch schon nach wenigen Kilometern verfinsterte sich der Himmel und es begann zu nach Rauch zu “stinken”. Leider musste ich nun fast bis Dawson City in dem Rauch vom Waldbrand in Alaska fahren. Es stank heftig und die Sonne schien nur schwerlich durch den Rauch. Aber sonst kann man auf dem Top of the World Highway gut fahren, wenn es nicht gerade regnen sollte und das ganze zur schmierigen Rutschpartie ausarten wird. Aber ich hatte Glück. Bis Dawson City kein Tropfen Regen. Nach der staubigen Fahrt bis fast nach Dawson kommt man dann zuerst runter zum mächtigen Yukon River. Hier musste ich kurz warten auf die kostenlose Fähre hinüber nach Dawson. Sie fährt den ganzen Tag, ausser wenn der Top ot the World Highway gesperrt ist (Winter). Kaum ist man dann auf der anderen Seite des Yukon River findet man sich fast in der “guten alten” Zeit des Klondike Goldrausches (1896-1898) wieder! Lauter uralte, bunte Häuser, von denen viele restauriert wurden. Andere hingegen sind schon etwas windschief. Der Campingplatz in Dawson City war leider vollkommen belegt. So musste ich ca. 3 km aus Dawson City rausfahren, den Klondike River überqueren und weiter zur Strasse zum Bonanza Creek fahren. Hier gibt es drei weitere Campingplätze. Ich hatte dann am Dawson City RV Park mein Zelt für heute aufgeschlagen.
Am Yukon River
Dawson Hardware
Die Durchschnittstemperaturen in Dawson City (in °C)
Der Dempster Highway von Dawson City, Yukon Territory nach Inuvik, Nordwest Territories (bin ich nicht gefahren!)
Bonanza Creek (Rabbit Creek), Klondike Goldrausch (1896-98) Dawson City, Yukon, Kanada
6. Tag (13.7.2005): Dawson City, Yukon nach Carmacks, Yukon (396 km)
Am heutigen Donnerstag (Wetter: heiter - stark bewölkt) ging’s dann direkt vom Campingplatz am Klondike River hinauf auf die Bonanza Creek Road. Nach 12 km Schotterpiste erreicht man die Dredge No.4 und nach weiteren 3 Kilometern kommt man zur sog. Discovery Claim. Hier genau an dieser Stelle begann der berühmte Klondike Goldrausch (“Klondike Goldrush”). An einem sonnigen Nachmittag, dem 16. August 1896, entdeckten hier John Carmack, Skookum Jim und Tagish “Dawson” Charlie am Rabbit Creek grobkörniges Gold. Daraufhin benannten sie den Bach um in Bonanza Creek und der Goldrausch begann mit bisher unbekannten Ausmassen! Im nächsten Jahr, am 17. Juli 1897, traf das Dampfschiff Portland in Seattle ein. An Bord: Eine Tonne Gold! Die folgenden Zeitungsberichte über den Goldfund lösten dann endgültig den grössten Goldrausch der Geschichte aus! Im nächsten Jahr schwoll die Einwohnerzahl von Dawson City auf 30.000 an. Heute leben nur noch ca. 1500 Menschen in Dawson. Als 1899 neue Goldfunde in Nome, Alaska, gemeldet wurden, verliessen ca. 8000 Goldgräber innerhalb einer Woche Dawson City.
Nun, heutzutage konnte ich an der Discovery Claim nicht allzu viel entdecken. Danach fuhr ich wieder zurück im zerwühlten Tal des Bonanza Creek zur Dredge No.4, einem riesigen Bagger, mit dem im nächsten Jahrhundert der ganze Fluss noch mal komplett umgegraben wurde. Das ganze Ungetüm konnte auch im Fluss bewegt werden. Es befand sich an mehreren verschiedenen Stellen, sie wurde auch einmal überflutet. An der heutigen Stelle arbeitete die Dredge No.4 von 1941 bis 1959.
Discovery Claim (5)
Dredge No. 4 (Schwimmbagger) (6)
Dredge No. 4 (6)
Goldwaschtrommel (6)
Dredge No. 4 (6)
Dredge No. 4 (6)
Dredge No. 4 Kontrollraum (6)
Wer mal nach Gold suchen will, für den habe ich mal die passende Karte dazu reingestellt!