* Reisebericht 10./11.8.2001* (Setermoen, Troms - Hammerfest, Finnmark)
Los ging es in Setermoen, im südlichen Teil des Bezirkes Troms. Bei der Weiterfahrt auf der Strasse E6 merkte man dann zunehmend den
polaren Einfluss auf die Landschaft. Sie wird merklich spärlicher und bekommt immer mehr das Aussehen einer Steppenlandschaft. Nur der starke Einfluss des warmen Golfstromes verhindert dass es noch kälter ist aufgrund des hohen
Breitengrades. So fuhr ich weiter nordwärts nach Nordkjosbotn, vorbei an der Hafenstadt Tromsø, und entlang des langen Lyngenfjordes. Hier gibt es dann doch für norwegische Verhältnisse eine Besonderheit: Der Lyngenfjord hat auf dem
östlichem Ufer einen langen Seitenarm, den man komplett umfahren muss. Hier gibt es keine Brücke, Tunnel oder Fähre. Dürfte damit zu tun haben, dass hier natürlich auch der Strassenverkehr schon relativ dünn ist. (und sich damit die
Investition nicht lohnen würde). Also lang aussen herum fahren und dann wieder ab Olderdalen am Fjord entlang. So geht es dann lange mehr oder weniger an der Küste entlang. Nach dem Kvaenangenfjord erreicht man dann kurz darauf den
nördlichsten Bezirk Norwegens, die in weiten Teilen unbewohnte Finnmark. Kurz darauf ist der Altafjorden erreicht und der grössere Ort Alta. Hier war dann meine nächste Übernachtung im schönen Campingplatz in Alta. Nach einer kurzen
Nacht ging es weiter in den hohen Norden Norwegens und über die Ebene *Sennalandet* weiter Richtung Hammerfest - Nordkapp. Von hier sind es noch 100 km nach Hammerfest (197 km direkt bis zum Nordkapp). Bei Skaidi verliess ich dann die E6
und fuhr links Richtung Insel Kvaløya mit der “nördlichsten Stadt der Welt (Hammerfest)
”. Kurz vor der Insel
kommt noch der Ort Kvalsund, und hier begegneten mir dann doch tatsächlich die ersten Rentiere! Gleich ein ganzes Rudel! Endlich...ich dachte schon ich würde gar keine sehen. Dann folgte die
Brücke auf die Insel Kvaloya, ab hier musste ich aufpassen, dass ich nicht noch ein Rentier überfahre. Sie waren bevorzugt damit beschäftigt , in der Nähe der Strasse oder auf der Strasse
ein Päuschen einzulegen, um dann bei Näherkommen eines Fahrzeuges in weitem Bogen davonzulaufen. Nach kurzer Zeit bin ich dann in Hammerfest angekommen. Mit schönen Blick auf
die Stadt zuerst, um dann in den äusserst geschäftigem Stadtkern einzutauchen. Nach einer kurzen Besichtigung und geniessen des schönen warmen Wetters ging es wieder zurück auf die Strasse E6 bei Skaidi und weiter zum Nordkapp...... Wetter: meist sonnig, relativ warm.
Lyngenfjord (1)
Rentiere in Kvalsund (4)
Campingplatz Alta (2)
Hammerfest auf der Insel Kvaløya (5) (“nördlichste Stadt Europas”)
Alta - Hammerfest (3)
Hammerfest (5)
Rentiere in Kvalsund (4)
Hammerfest Meridian-Säule (5)
Die Meridiansäule in Hammerfest Am Ende der Hafenmole, auch auf der Landspitze "Fuglenes", steht die Meridiansäule (Meridianstötten) als bronzene Kugel auf einem Granitsockel. Sie erinnert an die
Vermessung der Erde von hier bis zur Stadt Ismail an der Donaumündung, 2872 km entfernt. Die von 1815 bis 1852 vorgenommene Messung sollte Aufschluss über Grösse und Form der Erde geben und wurde von den Zaren Alexander und Nikolaus I. und
dem König Oscar I. finanziert. Ein interessantes Projekt der länderübergreifenden Grundlagenforschung zu einer Zeit, als eher kriegerische Auseinandersetzungen an der Tagesordnung waren. Der Betonklotz neben der Säule
markiert die Nachmessung von 1929.
Hammerfest (70°39’48” N): Die nördlichste Stadt der Welt? Um es kurz zu sagen: Sie ist es nicht! In den 1990er Jahren wurde dem nördlicher gelegenen Honnigsvåg (70°59’ N)
auf der Nordkapinsel Magerøya der
Stadtstatus verliehen. Sie ist damit “nördlichste Stadt in Welt”. Und auch das stimmt nicht. Es gibt Städte, die noch nördlicher liegen.
(z. B. Barrow in Alaska <71°18’ N> oder die Siedlung Longyearbyen auf Spitzbergen <78°13’ N>) Nördlichste Hauptstadt der Welt is Reykjavík in Island. Die Frage ist immer, ab welcher Größe ist man eine “Stadt”. Für Hammerfest gilt:
Sie darf sich nach einer Vereinbarung mit Honnigsvåg weiterhin nördlichste Stadt Europas nennen.