John o’ Groats, der nördlichste Punkt Großbritanniens? Auch wenn es meist so gesagt wird, befindet sich am John o’ Groats nicht der nördlichste Punkt der britischen Hauptinsel. Dieser befindet sich etwas westlich davon am Dunnet Head. Aber trotzdem werden alle Entfernungen in Großbritannien von hier am gemessen.
Sozusagen von John o’ Groats nach Land’s End.
(Es sind 1406 km)
Nordwest Highlands
Durness Die höchste Steilküste Großbritanniens ist hier: 180 m tief fallen die Felsen zum Meer ab. Und sehenswert ist die Höhle Smoo Cave mit ihrem unterirdischen Wasserfall. Der malerisch gelegene Fischerhafen ist heute ein sehr beliebter Ferienort. Die Fahrt zum Nordwest-Zipfel von Schottland, dem Cape Wrath, lohnt sich: eine menschenleere, großartige Klippenlandschaft. Im Süden zwei weitere beliebte Ferienorte: Scourie und Lochinver mit schönem Sandstrand und 240 Süßwasserseen in der Umgebung.
Ullapool Allein die Fahrt durch die Northwest Highlands ist ein Erlebnis. Schmale, aber gute Straßen führen durch die einsamste und wildeste Bergwelt Großbritanniens, reich an Seen, an
Heidegebieten, aus denen jäh Berge aufragen, und an der Küste malerische Felsklippen und sandige Buchten. Am wildromantischen Loch Broom mit oft bizarren Felsbildungen hat sich Ullapool, ein großes Fischerdorf, zu einem beliebten Ferienort
entwickelt, der Baden, Wassersport, Angeln in Süß- oder Salzwasser, Ponyreiten oder Wanderungen in eine unberührte Landschaft anbietet. Hier gibt es keine Eisenbahn, und die seltenen Dörfer bestehen aus weitverstreuten Einzelhöfen.
* Reisebericht (7.8./8.8.1995) * Heute morgen ging es dann weiter an der Ostküste Schottlands. Es war heute zuerst noch sehr kalt und bewölkt, im Gegensatz zu den vorherigen Tagen. Über Wick ging es
dann das letzte Stück noch hinauf nach “John o’ Groats”, dem nördlichsten Punkt Schottland. Hier steht auch noch “The Last House in Scotland”, also dem letzten Haus in Schottland. Es war immer noch kalt, und der Blick schweifte hinüber
auf die ”Orkney-Inseln, dazwischen der “Pentland Firth”. Dann fuhr ich auf einer herrlichen und fast leeren, kleinen Strasse immer entlang der Nordküste. In der Ferne im Süden erkennt man die “Northwest Highlands”, und das Wetter wurde von
Minute zu Minute besser. Kurz darauf war strahlender Sonnenschein. Die herrliche Strasse führte über Thurso, Tongue und Durness vorbei an herrlichen Sandstränden. Es mussten immer wieder mal tiefere Einschnitte des Meeres umfahren werden.
Hier kann man auch einen Abstecher zum Nordwestzipfel Schottlands machen, dem “Cape Wrath”. Ab hier ging’s dann südwärts entlang am “The Minch” Kanal, der Meerenge zwischen Schottland und der Hebriden-Inselgruppe. Ebenfalls eine tolle
Strecke für Motorräder. Kurz darauf erreicht man Ullapool mit meinem heutigen Campingplatz. Von hier aus führen auch Fähren hinüber nach Stornoway auf den Äusseren Hebrideninseln.
Am anderen Tag, ebenfalls wieder schönes, leicht wolkiges Wetter
und schön warm, trat ich dann sozusagen die Heimreise an. Zuerst ging es direkt durch die Nordwest Highlands zurück nach Inverness. Hier jedoch nicht Richtung Loch Ness, sondern direkt in die Grampian Mountains. wieder eine schöne Strecke,
allerdings nicht ganz mit den vorherigen zu vergleichen. Hier ist dann schon wieder mehr Verkehr und die Strasse ist auch wesentlich besser ausgebaut. Über Pitlorchy, Perth und Kinross ging’s nach Edinburgh, der schottischen Hauptstadt.
Gesehen hab ich leider nicht so viel von Edinburgh, ich bin nämlich nur durchgefahren. Sieht alles ziemlich alt und ‘gruselig’ aus. Nach ca. 50 km hinter Edinburgh erreicht ich Jedburgh, dem letzten Ort vor erreichen Englands. Hier war
dann wieder Zeltaufbau angesagt.
* Reisebericht (9.8.-13.8.1995) * Ab jetzt ging es dann mehr oder weniger direkt wieder in den Süden Englands. Von Jedburgh ging’s dann durch den “Hadrian’s Wall” in die Grafschaft Yorkshire vorbei an
Leeds und York Richtung Nottingham. Kurz vor Nottingham war ich dann auf dem Campingplatz in Mansfield. 10.8.: Heute ging’s dann weiter Richtung London, was ich jetzt auf dem Ostring umfuhr und hinunter in die Grafschaft Kent kam.
Diesmal wollte ich den Pendelzug “Le Shuttle” durch den Ärmelkanaltunnel nehmen. Deswegen stellte ich heute abends das Zelt in Folkestone auf, aber hier verkehrt der Shuttle direkt nach Frankreich. Am Abend gabs dann noch ein stärkeres
Gewitter mit starkem Wind. 11.8.: Heute ging’s dann durch den 1994 eröffneten Eurotunnel. Es gibt wenig zu sehen, und man ist superschnell drüben in Frankreich (35 Minuten!) Ist also etwas um schnell auf die Insel zu kommen. Wer es gemütlicher will, oder was vom
Meer sehen will, sollte die Fähren nehmen. In Frankreich angekommen, ging’s bei schönem Wetter über St. Omer, Arras nach le Cateau. Hier übernachtete ich heute.
12.8.: Von le Cateau fuhr ich dann weiter über Charleville-Mézières nach Metz. Camping. 13.8.: Heute war dann eine der längsten Tagesetappe: 544 km. Aber am letzten Tag war es dann schon egal, ob ich noch sitzen konnte auf der Enduro
oder nicht mehr. Von Metz ging’s los nach Sarrebourg, Strasbourg, und über Tübingen, Ulm zurück nach München.