Die Fahrt ging heute von der Insel Shikoku über die langen Brücken wieder zurück auf die grösste Hauptinsel Japans (Honshu). Die Strecke führte jetzt entlang der Südküste Honshu`s über Fukuyama-shi, Onomichi-shi nach Hongo-cho. Ich wollte heute nur noch einen Campingplatz in der Nähe von Hiroshima suchen, um von dort aus dann morgen mit dem Zug nach Hiroshima zu fahren. Doch leider passierte unerwartetes! Kurz hinter Hongo-cho schaltete plötzlich das Navigationssystem von einer Auflösung mit 200m um auf eine Einstellung von 6km ! Oh Schreck dachte ich, jetzt mit dieser Einstellung kann ich das navigieren vergessen! Und daran hatte ich mich schon gewöhnt; es leistete mir wertvollste Dienste bisher, obwohl ich keinen Knopf betätigt hatte bisher. Ich wollte es ja nicht irgendwie ausser Betrieb setzen, da ja alles auf japanisch geschrieben war! Ich fuhr wieder ein kurzes Stück zurück, in der Hoffnung, dass es wieder zurückschalten würde. Doch es schaltete nicht mehr auf die niedrige Auflösung von 200m! Hmm, dachte ich, jetzt ist es schon egal, und fing an die ersten Tasten zu drücken! Bald fand ich heraus, welche Tasten zum Auflösung ändern zuständig sind. Ich konnte hier jetzt sogar wieder auf 200m herunterschalten! Also fuhr ich wieder Richtung Hiroshima, doch schon nach kurzer Zeit schaltete es wieder hoch auf 6km! Verdammt dachte ich, was ist jetzt los mit dem Teil!! (Erst an einem der letzten Urlaubstage fand ich die Lösung: Ich fand im Handschuhfach hinten in der Beschreibung eine 2. CD! Und zwar wäre die für das Gebiet Westjapan die richtige gewesen. Ich befand mich ja jetzt in Westjapan und die CD, die jetzt im Gerät war, war halt nur für Ostjapan!) Ich hätte jetzt also nur die CD wechseln müssen! Was ich nicht getan hab.....So fuhr ich also mit einem etwas mulmigen Gefühl weiter Richtung Hiroshima. Mein Ziel war ein Campingplatz oberhalb von Kure-shi. In die Nähe des Platzes zu kommen ging noch relativ einfach, aber jetzt wurde es richtig problematisch! Da das Navi-system auf 6km stand, zeigte es natürlich keine Campingplätze mehr an! (Nur noch die grossen Hauptstrassen) So versuchte ich den Platz direkt zu finden. Ich fuhr zuerst Richtung Kure-shi am Meer hinunter, doch die Strasse führte nur durch eine Schlucht, kein Campingplatz weit und breit. Also wieder hoch und dann oben die andere Abzweigung probiert. Jetzt befand ich mich auf einer sehr engen Strasse, die teilweise so eng wurde das sie kaum noch zu befahren war.....Doch schon sah ich unten wieder das Meer, und dass konnte auch nicht richtig sein! Also auch hier wieder hoch auf den Berg. Schon ziemlich hilflos und verzweifelt fing ich an Passanten zu fragen, falls ich welche traf. Die ersten beiden, die ich fragte, verstanden kein Wort unten wussten nicht, was ich eigentlich von ihnen wollte. Auch die japanische Zeichnung ..... den beiden völlig unbekannt! Dann kam ich an einem Friedhof vorbei, und einem alten Gärtner, der dort arbeitete. Auch ihn fragte ich, ob er den Platz kennen würde. Nun, er sah sich die Anzeige an, und griff kurze Zeit später zu seinem Handy, und rief kurzerhand die dort angegebene Nummer! Nach einem längeren Telefonat und ewigen blättern in seinem Strassenverzeichnis legte er wieder auf. Und versuchte mir klarzumachen, dass ich noch ca. 15 Minuten hier warten sollte, dann würde etwas passieren! So hatte ich es zumindest verstanden: Ich sollte hier 15 Minuten warten, dann kommt der Campingplatzbetreiber. Er bot mir daraufhin einen Stuhl an und schenkte mir den obligatorischen Grünen Tee ein. Wir “redeten” etwas, wobei wir uns wohl mehr oder weniger nicht verstanden haben. Doch nach 15 Minuten kam tatsächlich ein Auto, es war tatsächlich jemand vom Campingplatz! Ich trank meinen Tee, und verabschiedete mich von dem äußerst hilfreichen Friedhofsgärtner. Der Platzbetreiber fuhr jetzt vor mir, und ich versuchte, mir den Weg einzuprägen, was auch gut gelang, trotz längerer Fahrt durch die Stadt bis zum anderen Ende. Am Platz war ich dann natürlich wieder der einzigste Gast gewesen. Und am abend konnte ich dann noch das Training des örtlichen Baseballclubs mitverfolgen.
Wetter: heiter - wolkig, warm
Hiroshima Castle (Burg von Hiroshima) (2) 4.9.2004
Hiroshima Castle
Hiroshima Castle
Blick über die Stadt
Hiroshima Castle Ticket
Fische im Wassergraben
Aufbau (Hiroshima Castle)
Burgplan (Hiroshima Castle)
Umgebung (Hiroshima Castle)
Die Geschichte der Schlossburg von Hiroshima
Die Burg von Hiroshima wurde von Mori Terumoto, einem Angehörigen des Toyotomi Hideyoshi Rates der "Fünf Grossen Ältesten" errichtet. Es handelt sich um eine typische Flachlandburg. In der Nambokucho Zeit (14. Jahrhundert) waren die Angehörigen der Familie Mori Lehnsherren der Koriyama Burg in Yoshida (ungefähr 45km nordöstlich von Hiroshima), aber während der Sengoku Zeit (zweite Hälfte des 15. bis zur zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts) (Warring Staaten), wurde Terumotos Großvater Motonari Feudalherr des größten Teils des Chugoku Gebietes. Sein Nachfolger, Terumoto, errichtete seine Burg im Jahre 1589 im Delta des Otagawa Flusses, zu jener Zeit "Gokamura" (Fünf Dörfer) genannt und bezog die Burg im Jahre 1591 um in neun Provinzen, welche heutzutage Hiroshima, Shimane, Yamaguchi sowie Teile der Präfekturen von Tottori und Okayama begreifen, zu regieren. Im Jahre 1600, nach der Schlacht von Sekigahara, war Terumoto gezwungen sich nach Hagi (Yamaguchi Präf.) zurückzuziehen und Fukushima Masanori aus Kiyosu (Aichi Präf.) wurde Herr der Provinzen Aki und Bingo (heutzutage Hiroshima Präf.). Jedoch als Strafe dafür, dass er die Burg nach den Überschwemmungen von 1619 ohne die Erlaubnis des Shogunaten Tokugawa wieder restauriert hatte, wurde Masanori nach Kawanakajima (Nagano Präf.) entlassen. Danach wurde Asano Nagaakira Herr von Aki und der acht Gauen von Bingo. Die Familie Asano Nagaakira, 12 Generationen, behielt diese Stellung während 250 Jahren bis zur Rückgabe der Regierung an den Kaiser. Nach der Abschaffung der Feudalgebiete und der Einführung der Präfekturen im Jahre 1871, diente die Burg nach und nach militärischen Zwecken, wo während des Sino-Japanischen Krieges 1894/95 das Kaiserliche Generalhauptquartier untergebracht war. Am 6. August 1945 wurde die Burg durch den Atombombenangriff zerstört. Der jetzige Turm wurde 1958 wieder aufgebaut und dient nun der Ausstellung historischer Gegenstände.
Der Ursprung des Namens “Hiroshima” Das Otagawa Delta wurde "Gokamura" genannt, was auf japanisch soviel wie "Fünf Dörfer" bedeutet. Aber bei der Feier zu Grundsteinlegung der Burg am 15. April 1589 wurde ein besser zutreffender Name verlangt. Das Schriftzeichen (hiro) wurde von dem Namen Oeno Hiromoto, einem Ahnen der Mori Familie entlehnt und verbunden mit dem Schriftzeichen (shima), Bestandteil de Namens Fukushima Motonaga, der Terumoto an den Ort geführt hatte Eine andere Tradition führt den Namen Hiroshima auf eine große Insel im Mündungsgebiet des Otagawa Flußes zurück, - also Hiroshima bedeutet grosse Insel.
Ursprung des Beinamens “Karpfenburg” Die Burg Hiroshima wird auch "Karpfenburg" genannt und wird auf japanisch RIJO ausgesprochen. Da dieses Gebiet, auf welchem die Burg gebaut wurde, damals Koi-no-ura (Koi-Meeresstrand) genannt wurde und "Koi" auf japanisch Karpfen bedeutet, erhielt die Burg in späteren Jahren den Beinamen Karpfenburg.
Der “Cenotaph”
”Peace Watch”
Friedenserklärung von Hiroshima
Hiroshima - Friedenspark (2) Peace Memorial Museum 4.9.2004
Die “ewige Flamme”
“Atombombendom”
Friedensglocke
“Atombombendom”
Das Peace Memorial Museum, Hiroshima
Übersicht
Westgebäude
National Peace Memorial Hall for the Atomic Bomb Victims, (Hall of Remembrance), Hiroshima
Peace Memorial Museum
Hiroshima Peace Memorial Museum Ticket
Eintrittspreis: 50 Yen (=37 Cent!)
Ostgebäude
Gedächtnishalle der Atombombenopfer
2 km Radius um den Ein- schlag (Hypocenter)
Gedächtnishalle der Atombombenopfer
Verbrechen gegen die Menschlichkeit 6. August 1945 (8.15 Uhr): Atombombenabwurf auf Hiroshima, Japan 9. August 1945 (11.02 Uhr): Atombombenabwurf auf Nagasaki, Japan
Die Besatzung der "Enola Gay" vor ihrer Maschine, von der am 6. August 1945 über Hiroshima die erste US-Atombombe abgeworfen wird.
Paul W. Tibbets: Er klinkte über Hiroshima die Atombombe aus.
Paul W. Tibbets, Pilot der Enola Gay, winkt vor dem Start der B-29 am 6. August 1945
Little Boy (dt. Kleiner Junge) wurde die Atombombe genannt, die am 6. August 1945 über Hiroshima (Japan) von dem US-Bomber Enola Gay abgeworfen wurde und ca. 600 m über dem Boden detonierte. Die Bombe besaß 13 Kilotonnen Sprengkraft. Bei dem Angriff starben 90.000 Menschen sofort, und weitere 50.000 Menschen starben vermutlich an den Folgen.
Originaldokument des Befehls für den Abwurf der Atombombe. (anklicken, 192 kB)
Die atomare Wolke von der Zufahrt nach Kanda-bashi in Yasu-furuichi-machi aus gesehen, Asagun, Präfektur Hiroshima, 8 Kilometer nördlich der Stadt - um 8.17 h, zwei Minuten nach der Explosion am 6. August 1945.
”Protest Letters against Nuclear Tests” Seit 1968 protestiert der Bürgermeister von Hiroshima gegen jeden Atomtest auf der Welt. Er verschickt dazu den Letter of Protest an den jeweiligen Staatschef des betreffenden Landes.
Letter of Protest an den russischen Präsidenten Vladimir Putin (11.8.2004): Letter of Protest an den amerikanischen Präsidenten George W. Bush (26.5.2004):
Bis heute wurden 588 Protestbriefe verschickt!
Reisebericht (Sa, 4.9.2004)
Heute ging’s auf Besichtigungstour nach Hiroshima. Zuerst mit dem Auto am Morgen an die Küste runter nach Kure Porto Pia und von hier dann in 40 Minuten mit dem Zug nach Hiroshima (Station). Hier hatte ich dann das Streetcar (=Strassenbahn) genommen in Richtung Friedenspark. Dort angekommen hatte ich dann als erstes den sog. Atombombendom gesehen, die ehem. Industrie- und Handelskammer bis zum 6.8.1945. Dann ging’s weiter zur ewigen Flamme. Sie wird solange brennen, bis die letzte Atomwaffe von der Erde verschwunden ist. Direkt gegenüber befindet sich der Cenotaph, das wichtigste Denkmal hier. Hier versenkt an jedem 6. August, nachdem die Glockenschläge verhallt sind, Hiroshimas Bürgermeister in jahrzehntelanger trauriger Tradition eine Pergamentrolle tief in die Erde unter dem Satteldenkmal. Das Dokument verzeichnet, wer in den letzten 365 Tage einen späten Strahlentod starb - noch immer sind es stets fast 5000 ! Hier ließ der Dichter Sankichi Toge, Zeuge des Infernos, folgenden Satz in schwarzen Granit meißeln: “Gebt mir den Menschen zurück”. Am Turm für die Seelen der 200.000 Opfer steht sinngemäß geschrieben: “Ruhet in Frieden. Dieser Fehler wird sich nicht wiederholen”. Etwas auf der Seite im Friedenspark liegt die nationale Gedenkhalle für die Atombombenopfer (Hall of Remembrance). Hier hat man Zugriff auf eine Datenbank mit den Daten der einzelnen Opfern, alles ziemlich erschütternd. Am südlichen Ende befindet sich das Peace Memorial Museum. Hier erfährt man viel über die Atombomben im allgemeinen und über Hiroshima im speziellen. Wieso wurde die Atombombe über Japan abgeworfen? Warum wurde Hiroshima und Nagasaki ausgewählt? Warum genau zu diesem Zeitpunkt? Im übrigen hätte sie auch auf Deutschland abgeworfen werden können, nur kam sie dazu ein bisschen zu spät. Deutschland kapitulierte am 8. Mai 1945. Und erst am 16. Juli 1945 wurde auf einem Versuchsgelände im US-Bundesstaat New Mexico die erste Atombombe gezündet. Vor den faszinierten Augen ihrer Väter. Im Pentagon wurden als mögliche Ziele vorher schon Mannheim und Ludwigshafen als mögliche Ziele ausgewählt! Auf dem Weg durch das Museum sieht man dann viele, viele Gegenstände der Opfer. Essensdosen, die letzten Kleider, die sie anhatten, zerfetzt und in Stücke gerissen, verbogene Brillengestelle, verschmorte Schuhe, verbrannte Schultaschen der Kinder...... Viele zerstörte Uhren, auf denen man den Beginn der Katastrophe ablesen kann: 8.15 Uhr. Ab diesem Zeitpunkt standen die Uhren dann still. Es werden Stahlträger von Brücken gezeigt, verbogen durch die extreme Hitze, viele Glasflaschen, teilweise verbogen bis zur Unkenntlichkeit. Ein erschütternder Gang durch das Museum! Manche Menschen waren den Tränen nahe.... Auf Wänden sind dann im Museum auch alle Letters of Protest ausgehängt. Hier scheint es fast so, als hätten unsere heutigen “Staatsmänner” nichts dazugelernt und machen unbeirrt weiter in ihrem Wahn.... Nach dem Gang durch das Museum ging ich wieder an das Nordende des Friedensparks, vorbei an der Friedensglocke. Ich ging dann weiter zu Fuß noch zum Hiroshima Castle. Hier hatte ich dann noch einen kleinen Einblick ins Baseballstadion von Hiroshima, wo gerade ein Spiel stattfand. Das Stadion befindet sich genau zwischen der Hiroshima Burg und dem Friedenspark. Ziemlich tief betroffen von dem, was ich heute gesehen habe, ging es dann wieder zur Hiroshima Station und wieder mit dem Zug entlang der Küste nach Südosten zum Bahnhof Kure Porto Pia. Ab hier fuhr ich dann weiter mit dem Auto hoch zu meinem Campingplatz.