* Reisebericht (30.7. - 2.8.1998) * Auch an der rumänischen Grenze ging es ziemlich flott weiter. Hier an der Grenze hatte ich auch gleich Geld gewechselt. Was ich da an rumänischen Lei bekommen hatte, war
ziemlich dick (im wahrsten Sinne des Wortes). Ein ganzes Packet an riesigen, ziemlich alten Scheinen, die kaum wegen ihrer Grösse kaum Platz in meiner Börse gefunden haben! Die erste Stadt in Rumänien war Husi im Nordosten Rumäniens.
Hier war dann als ersten mal die nächste Strafe fällig. Ich hatte eine nicht für KFZ und Pferdefuhrwerke freigegebene Strasse befahren. Hier in Husi hatte ich dann auch einen Campingplatz gefunden, ähnlich wie in der Ukraine. Ich hatte wieder eine kleine Hütte bekommen, war aber relativ teuer! (vielleicht auch nur für deutsche Touristen so teuer!)
Am nächsten Tag ging’s weiter nach Bacau und hinein in die rumänischen Karpaten nach Brasov. Übrigens gab/gibt es hier im Osten Rumäniens noch so kleine Besonderheiten zu sehen: Es fahren unheimlich viele Pferdefuhrwerke auf der Strasse, also aufpassen in
Kurven! Von Nachtfahrten muss man hier abraten! (Traktoren sind hier wohl nicht bezahlbar). Des weiteren fallen einem auch die vielen Ziehbrunnen in den kleinen Dörfern auf. Irgendwie fühlt man sich hier in alte Zeiten zurückversetzt. Von Brasov fuhr ich dann weiter nach Fagaras/Mindra. Hier an der
Hauptstrasse befand sich dann eine ziemlich merkwürdige Unterkunft. Es war ein kleines Hotel/Pension mit kleinen Zimmern und ziemlich defekten Türen/Schlössern. Auch die Umgebung war alles andere als vertrauenswürdig. Ich hatte hier schon
so meine Gedanken, wo ich hier mein Motorrad unterbringe, ohne dass es über Nacht verschwindet. Doch es gab Abhilfe von der Rezeptionsdame:
Sie machte mir den Vorschlag, das ich doch mein Motorrad vorne IN DAS HOTEL reinschieben sollte! Gesagt,
getan. Und so schob ich dann das Bike durch die Türe und stellte es auf dem Teppichboden zwischen Blumenvasen und Sitzbänken ab
! Aber wenigstens war es hier einigermaßen sicher untergebracht. Am anderen Morgen ging es dann weiter hoch in die Fagaras Mountains, dem höchsten Teil der rumänischen
Karpaten. Vor Sibiu bog die Strasse nach links ab und führte ab hier ständig in herrlicher Gebirgswelt hoch zum Lacul Balea in einer Höhe von 2034m. Hier oben am Scheiteltunnel waren schon ein paar Zelte aufgebaut und so
entschied ich mich kurzerhand, hier auch mein Zelt dazuzustellen. Ein herrlicher Platz in grandioser Umgebung! Ich machte dann auch noch (es war ja noch vormittag) eine Bergtour hinauf in die Fagaras Mountains zum Vinatoarea Lui Buteanu mit einer Höhe von 2508m. Auf dem Weg da hinauf gab es auch noch einige dicke
Schneefelder, ferner war auch ein Sommerskifahrer dabei (nur mit Badehose und Skischuhen bekleidet!). Oben am Gipfel dann eine herrliche Aussicht auf die höchsten Berge Rumäniens (Moldoveanu, 2543m; Negoiu, 2535m).
Nach dem Abstieg Es folgte dann dann eine herrliche Nacht am Lacul Balea, bevor es am anderen Tag durch den Tunnel auf die Südseite ging. Ab hier ging es dann ständig bergab, entlang am malerischen Lacul Vidraru, bis in
die Senke nach Pitesti. Ab hier fuhr ich dann neben der Autobahn nach Bukarest und im Norden Bukarests vorbei weiter ans Schwarze Meer in die Stadt Constanta. Vor Constanta überquert man dann die hier schon sehr breite
Donau. Sie fliesst hier kurz noch Richtung Norden, um dann mit einem Rechtsknick bei Galati ins Schwarze Meer abzufließen (Donaudelta). Hinter Constanta ging es dann südwärts und entlang an der Schwarzmeerküste in den Badeort Eforie kurz vor der
bulgarischen Grenze. Hier stellte ich heute mein Zelt direkt im Sandstrand in Eforie-Süd (Campingplatz) auf. Am 3.8.1998 ging es am Morgen weiter an die Grenze Rumänien-Bulgarien nach Mangalia. Nachdem der
rumänische Zöllner mein Gepäck und das Topcase meines Motorrads kontrolliert hat (ich wusste eh nicht, was er gesucht hat) ging’s weiter nach Bulgarien, und ab hier muss man dann wieder mit kyrillischen Zeichen vorlieb nehmen...
Wetter: 30.7.-2.8.: meist sonnig, sehr warm
Sehr schöne Seite von Martin Goldbach. Er hat seine Erfahrungen
auf der Ukrainetour (mit Rumänien) in schönen Bildern und nettem Text zusammengefasst! Sehr lesenswert!